Chor an der Martinskirche

KLEINE CHOR-CHRONIK

1682 erste urkundliche Erwähnung eines Städtischen „Collegium Musicums“ Kirchheims, das aus „Zinkenisten“ (Blasmusiker für öffentlich-repräsentative Aufgaben) und „Vocalisten“ (Sängerinnen und Sänger) bestand. Selbst die kirchliche Versorgung mit Organisten fiel unter die Verantwortung des Collegium Musicums.

Seit Ende des 18. Jahrhunderts sind Sängerinnen bei den Vocalisten nachgewiesen (für die damalige Zeit eine Besonderheit. Innerhalb des kirchlichen Ritus durften andernorts eigentlich nur Männer an exponierter Stelle aktiv werden). Ebenfalls belegt ist seit dieser Zeit die Besoldung der bei den Vocalisten tätigen Sängerinnen und Sängern.

1843 Neuausrichtung der Vocalisten im Zusammenhang der Einführung eines neuen Gemeindechoralbuchs: Die Sängerinnen und Sänger hatten den wegen der oftmals nicht geläufigen Melodien noch unsicheren Gemeindegesang Woche für Woche zu unterstützen.

Chordirektor Christian Balz

Durch den Aufruf der Königlichen Oberschulbehörde, es mögen sich möglichst viele Lehrer dem innerhalb der Martinskirche tätigen Chor anschließen, entwickelte sich der sogenannte „Lehrergesangsverein“. Intention des Aufrufs war das Interesse an einer „allgemeinen Hebung des Gesangs.“

Der Lehrergesangsverein war ein Zentralchor, der sich in „Kirchliche Local-Singvereine“ teilte, um auch die anderen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks (und auch darüber hinaus) mit Chorgesang zu versorgen.

Konzertprogramm aus dem Jahr 1852

Zunächst verstand sich der Lehrergesangsverein als reiner Liturgiechor d.h. er gestaltete hauptsächlich Gottesdienste musikalisch mit. Konzertaufführungen gab es zunächst noch nicht, später wurden Teile aus Oratorien zu Benefizzwecken oder besonderen Festlichkeiten aufgeführt.

Der Chor an der Martinskirche (damals noch Kirchenchor der Kirchheimer Stadtkirche) 1931 bei einem Ausflug mit Chorleiter Emil Andreas

Erst seit 1945 wuchs der frühere „Stadtkirchenchor“ und heutige „Chor an der Martinskirche“, auch bedingt durch die Professionalisierung der dortigen Kirchenmusikerstelle, mehr und mehr zu einem Klangkörper mit eher konzertantem Profil heran. Die Prägung des Zentralchores innerhalb des Kirchenbezirks blieb allerdings bis heute erhalten.

Heute blickt der Chor auf beachtliche und gefeierte Aufführungen sämtlicher großer Kirchenoratorien zurück. Wichtige Kantoren waren Emil Andreas (1911-1954), Manfred Brandstetter (1955-1960), KMD Ernst Leuze (1960-1997) und Samuel Kummer (1998-2005).

Seit 2005 ist Bezirkskantor Ralf Sach Leiter des Chores an der Martinskirche.

Der Chor an der Martinskirche probt immer Dienstags, 19.45 Uhr – 21.45 Uhr (mit Ausnahme der Ferien) in der Auferstehungskirche, Ecke Schöllkopf-/Zeppelinstraße

NEUE SÄNGERINNEN UND SÄNGER SIND HERZLICH WILLKOMMEN!

Nähere Infos bei Bezirkskantor Ralf Sach

0 70 21 - 93 73 77

bezirkskantorat.kirchheimdontospamme@gowaway.elk-wue.de