Isarradtour - von Mittenwald bis Deggendorf

Der Isarradweg          300 km

 
Wieder einmal ging eine gelungene Radtour mit der Evang Gesamtkirchengemeinde unter der Leitung von Diakon Burlein und Martha Bernecker in diesem Jahr entlang der Isar zu Ende. Trotz des wechselhaften Wetters wurden beide Gruppen nur einmal vom Regen überrascht und das nur für kurze Zeit. Wie in den vergangenen Jahren begleitete Martha Bernecker mit ihrem VW Bus die Gruppen, transportierte das Gepäck, schaute nach geeigneten Pauseplätzen und machte so manches, was hinter den Kulissen nebenher ablaufen muss. Nach dem Frühstück und verladen des Gepäcks gab es von Diakon Burlein jeden Tag ein „Wort in den Tag“ und einen Segen auf die Reise. 
 
Nach dem Bustransfer wurde im malerischen Mittenwald gestartet. Es war ein tolles Erlebnis, in der Berglandschaft des Karwendelgebirges loszufahren. Durch die Wiesen von Krün und Wallgau ging es durch das Naturschutzgebiet Isarwinkel zum Sylvensee. Auf der Mautstraße war wenig Verkehr und das Radeln ein Genuss. Lenggries war das erste Etappenziel, das am Nachmittag erreicht wurde. Lenggries ist ein bekannter Luftkurort auf 700 m und liegt am Ufer der glasklaren Isar. Die Berge ringsum erheben sich bis 1.700 m.
 
Am 2. Tag ging  es von Lenggries über Bad Tölz nach Grünwald. Wer diese Strecke zum ersten Mal fährt, ist begeistert von der Fauna und Flora entlang der Isar. Das breite Flussbett lässt ahnen, was für Wassermassen die Isar bei einer rasanten Schneeschmelze mit sich führen kann. Kurz vor Bad-Tölz sieht man von der Ferne eigenartige Steinsammlungen im Flussbett. Ein „Steinkünstler“ benützt die Isarsteine, um Skulpturen und Pyramiden aufeinander zu schichten. Beeindruckend, mit welcher Geschicklichkeit die Steine sich gegenseitig Halt geben und was für bizarre Skulpturen dabei entstehen. Die Begegnung und die Gespräche mit dem Künstler waren eindrucksvoll. Es war schön, die beeindruckende Altstadt Bad – Tölz, mit historischer Marktstraße und die Giebel der prächtigen Bürgerhäuser, fast ausnahmslos von farbenfroher Lüftlmalerei geschmückt, anzuschauen und kleinere Einkäufe zu erledigen. Jetzt kam der anstrengendste Teil der ganzen Isartour. Die Isar lässt nach Bad – Tölz für Radler keinen Platz an ihren Ufern, also geht es über einige Steigungen und ungemütlichen Wegen Richtung München. Kurz vor dem Etappenziel Grünwald gab es noch einen kleinen Abstecher zum Kloster Schäftlarn, das z.Zt. zwar renoviert wird, aber von seiner Lage und dem Klostergarten immer zu einer willkommenen Pause einlädt.
 
Die 3. Etappe war geprägt von München und seinen einzigartigen Isarauen. Es war Sonntag, das bemerkte man schon an den Joggern und Radfahrern, die uns entgegen kamen. Der gut ausgeschilderte Radweg führte uns ohne Schwierigkeiten und unter dem Geläut der Frauenkirche bis zum Marienplatz. Da gerade die 849 Jahrfeier von München eröffnet wurde, war die ganze Innenstadt von festlichem Treiben gefüllt. Aber wir mussten weiter nach Freising, unserem Tagesziel. Der weitere Radweg führte durch den Englischen Garten und die Isarauen zum Badesee Unterföhring, in dem auch einige Radler/innen eine Abkühlung suchten. Von Freising heißt es: Wer Freising nicht gesehen hat, kennt Altbayern nicht! Dieser Satz muß von einem Bayern stammen. Ob ihn alle Teilnehmer/innen sich zueigen machen, wage ich zu bezweifeln. Sehenswertes gibt auf jeden Fall. Besonders der Dom und die Georgskirche, in der Diakon Burlein zur Morgenandacht eingeladen hat.
 
Die Route des 4. Tages führte über Landshut nach Dingolfing. Mal geht es links der Isar mal rechts von ihr. Das schöne türkisgrüne und klare Wasser veränderte sich immer mehr in einen trüben Fluss. Erstaunt ist man immer wieder über die Vielfältigkeit der Isar, wie sie durch Kraftwerke zu großen Seen aufgestaut wird und vielen Wasservögeln ein Brutreservat bietet. Dieser Abschnitt ist sehr ländlich geprägt. Die Ortschaften halten sich in respektvollem Abstand zur Isar. An manchen Stellen sieht man die Spuren, wenn sie über die Ufer steigt und ein reißender Fluß wird. Landshut ist dann eine willkommene Abwechslung. Es ist wirklich eine Perle in Oberbayern. Der große Marktplatz mit seinen prächtigen Häusern und Arkaden lassen uns Schwaben Anerkennung aussprechen. Eine Stadt, die sicherlich in Erinnerung bleibt. In Erinnerung bleiben wird uns aber auch Dingolfing, in deren kleinen Brauerei Wasserburger wir eine Führung bekamen und hinter die Kulissen schauen konnten, natürlich mit einem Freibier in der Brauereigaststätte.
 
Trotz der angekündigten Unwettern in der vergangen Woche konnte auch der letzte Tag, von Sonnenschein, aber auch von dunklen Wolken begleitet, in Deggendorf trocken beendet werden. Jetzt wurden die Fahrräder wieder verladen und mit dem Bus ging es wieder nach Kirchheim zurück. Alle waren dankbar für die schönen Tage und  Erlebnisse.