Vesperkirche wird verschoben

Gemeinsam an einem Tisch - mit Kässpätzle aus der Tüte.

Wie kann die Vesperkirche für Menschen da sein, die oft einsam sind? Aus dieser Frage ist die Idee gereift, im Februar eine kleine Vesperkirche in der Thomaskirche zu eröffnen, ein fröhliches Maultaschenessen auf dem Markt anzubieten, Gottesdienste gemeinsam zu feiern  und eine „Vesperkirche zuhause“ zu wagen - dort sollte die „Gemeinschaft an einem Tisch“ im kleinen Kreis trotz Pandemiebedingungen möglich sein.

In der aktuellen Phase der Corona-Pandemie wäre es aber unverantwortlich eine Vesperkirche durchzuführen. Kontakte sollen reduziert werden – so ist selbst die reduzierte und veränderte Form nicht möglich. Der Wunsch nach Gemeinschaft ist aber nicht zu überhören sagt Diakon Uli Häußermann, und zitiert eine Anruferin mit den Worten: „Am besten wäre es halt, wenn die Vesperkirche wie in jedem Jahr wäre – wissen sie, wir sind immer da und haben unseren festen Stammtisch“.  

Weil die Gemeinschaft in der Vesperkirche zentral erfahrbar sein soll, wird die Kirchheimer Vesperkirche 2021 in den Herbst verschoben. Dicke Winterjacken werden vom 3. bis zum 10. Oktober nicht nötig sein – evtl. ist sogar gemeinsames Essen im Freien möglichen. Das Vorbereitungsteam freut sich auf die Vesperkirche in einer anderen Jahreszeit und die Möglichkeit, dass Menschen, die sonst nicht die Gelegenheit dazu haben, auch 2021 in der Vesperkirche zusammenkommen können.

„Gemeinsames Essen, an unterschiedlichen Tischen und trotzdem miteinander verbunden zu sein“ ist Dekanin Renate Kath wichtig. Fleißig werden nun Kässpätzlestüten gepackt. Darin ist alles für die schnelle Zubereitung einer schmackhaften Mahlzeit für 2 Personen enthalten: Spätzle, Zwiebel, Käse und Schinken. Dazu die Anleitung zur Zubereitung, eine kleine Geschichte zum Nachlesen und der Hinweis auf die Vesperkirche im Oktober eingepackt. Im Vesperkirchengottesdienst in der Thomaskirche am 31. Januar mit Diakoniepfarrerin Ute Stolz werden diese Tüten bereitstehen. Gottesdienstbesucher tragen diese Tüten weiter zu Menschen in ihrem Umfeld. In der Folgewoche können weitere Tüten bei der Diakonischen Bezirksstelle (Alleenstraße 74) und am Martinskirchplatz abgeholt werden. 

Die Vesperkirche 2021 ist also  anders als gewohnt. Pfarrer Axel Rickelt fasst es treffend zusammen: “Die Kässpätzlestüten sollen ein Zeichen sein und die Tische stellen wir zu einem anderen Zeitpunkt auf!“