© Jochen Maier

Die Taufe - das Tor ins Leben

 

Die Taufe ist die schönste Art willkommen zu sagen. Sie feiert das neue Leben mit Wasser und Gottes Segen. Sie verbindet den Täufling, seine Familie und die Gemeinde mit Gott.

In der Taufe wird einem Menschen die Liebe und der Segen Gottes zugesagt. Zugleich wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen. Meist werden die Kinder im ersten Lebensjahr getauft, die Taufe ist aber auch später möglich. Die Pfarrerin oder der Pfarrer gießt mit den Worten "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" Wasser über den Kopf des Täuflings.

Die Taufe ist eines der ältesten Rituale des christlichen Glaubens. In Ihr zeigt sich die bedingungslose Liebe Gottes, die ein Leben lang gilt.  

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  • add Für die Eltern

    Sie haben sich entschieden, Ihr Kind taufen zu lassen. Wie schön!

    Wenden Sie sich jetzt an Ihre Pfarrerin oder Pfarrer und vereinbaren Sie Termine: für die Taufe und das vorbereitende Gespräch. Wenn Sie entspannt planen wollen, empfiehlt es sich zwölf Wochen vor dem Termin damit anzufangen.
    Fragen Sie zwei Menschen, die Ihnen nahestehen, ob sie Pate werden möchten. Diese müssen nicht evangelisch sein, aber einer christlichen Kirche angehören.

    Das Taufgespräch
    Das Taufgespräch dreht sich um die Geburt, Ihre Tochter oder Ihren Sohn, die neue Situation in der Familie und was Gott mit dem allen zu tun hat. Ihre Fragen an die Kirche, zur Taufe und zum Glauben haben hier ihren Platz. Sie besprechen mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer den Ablauf des Gottesdienstes. Hier wird auch zur Sprache kommen, was Sie selber für Ideen für die Taufe Ihres Kindes haben und wie Sie mitwirken können.
    Bringen Sie Ihr Familienstammbuch zum Taufgespräch mit. Sie brauchen die Geburtsurkunde des Kindes. Die Standesämter stellen bei Geburten in der Regel eine Bescheinigung "für religiöse Zwecke" aus.
    Ihre Pfarrerin oder Pfarrer werden sie bitten, einen Taufspruch auszuwählen. Dies ist in der Regel ein Vers aus der Bibel, er soll das Kind ein Leben lang begleiten. Dazu erhalten Sie eine Liste mit Bibelstellen. Auf Taufspruch.de können Sie sich selbst schon einmal umschauen.

    Der Taufgottesdienst
    Im ersten Teil steht der Taufspruch im Mittelpunkt. Die Pfarrerin oder der Pfarrer legt ihn für das Leben des Täuflings und die Anwesenden aus.
    Im zweiten Teil wird die Taufhandlung vollzogen. Sie beginnt mit den Fragen an die Eltern und Patinnen oder Paten: Werden Sie dem Kind von der Liebe Gottes erzählen, für es beten, ihm den christlichen Glauben und das Leben in der Gemeinde nahebringen?
    Nach dem Glaubensbekenntnis beginnt die eigentliche Taufe mit dem Wasser-Ritus. Die Taufkerze wird entzündet. Dann betet die Gemeinde für den Getauften, die Familie und für andere Anliegen. Mit dem Segen werden alle Teilnehmenden in den Tag entlassen.

  • add Für die Paten

    Die Eltern haben Sie gefragt, ob Sie ihrem Kind als Pate zur Seite stehen werden möchten? Ein großer Vertrauensbeweis! Mit der Taufe wird der Grundstein für eine besondere Beziehung gelegt, die im besten Fall ein Leben lang hält.
    Zusammen mit den Eltern kümmern Sie sich darum, dass das Kind etwas vom christlichen Glauben erfährt: Sie nehmen seine religiösen Fragen ernst und suchen mit ihm gemeinsam nach Gott.
    Pate ist eine Abkürzung des lateinisches Wortes „Pater spiritualis“, was „geistlicher Vater“ bedeutet. Evangelische Paten müssen mindestens 14 Jahre alt und konfirmiert sein. 

    Was brauchen Sie, um Pate zu werden?
    Wenn Sie nicht zur örtlichen Gemeinde gehören, müssen Sie vor der Taufe Ihre Kirchenmitgliedschaft mit einer Patenbescheinigung nachweisen. Diese erhalten Sie im Kirchenbüro Ihrer Gemeinde. Um Stress zu vermeiden, empfiehlt es sich, diese ein paar Wochen vor dem Tauftermin zu beantragen.

    Wann endet das Patenamt?
    Das Patenamt endet mit der Konfirmation und dem „Ja“ des Jugendlichen zu seiner Taufe. Oft besteht zwischen Patenkind und Pate das ganze Leben lang ein Vertrauensverhältnis.
Tritt ein Pate oder eine Patin aus der Kirche aus, ruht das Patenamt.

Das Wasser
Nur mit Wasser kann Leben entstehen. Wasser kann es aber auch bedrohen: Es kann darin untergehen und enden. Der Täufling erfährt symbolisch im Wasserritus, was Jesus Christus durchlebt hat. Wie er durch den Tod hindurch zum ewigen Leben gelangt ist, so kommt das Wasser über den Täufling, und er „taucht auf“ als Mensch des neuen Lebens.

 

Das Licht
Das Licht ist das zweite wichtige Symbol der christlichen Taufe. Es erinnert an das Jesuswort: "Ich bin das Licht der Welt" (Johannes-Evangelium 8, Vers 12). Daher ist die Taufkerze so wichtig. Eltern und Paten können sie gestalten. Der Getaufte kann sie später immer wieder an seinem Tauftag entzünden. So wirkt das Geschenk lange nach.

 

Das Taufkleid
Alter christlicher Brauch ist es, dem Neugetauften ein weißes Gewand als Symbol des ewigen Lebens überzuziehen. In der evangelischen Kirche werden Kinder zur Taufe aus diesem Grund oft weiß gekleidet. In manchen Familien gibt es ein solches Taufkleid schon durch mehrere Generationen hindurch.

 
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  • add Ich brauche einen Patenschein


    Den Patenschein erhalten Sie im Gemeindebüro der Stadtkirchengemeinde oder Ötlingen/Lindorf. Sie bestätigt damit, dass Sie Mitglied der evangelischen Kirche sind und das Recht haben, eine Patenschaft zu übernehmen.

  • add Welchen Taufspruch gebe ich meinem Kind


    Im Grunde können Sie jeden Bibelvers nehmen. Er sollte zu Ihnen und Ihrem Kind passen und all das ausdrücken, was Sie bei der Taufe Ihres Kindes bewegt. Die Pfarrerin oder der Pfarrer gibt Ihnen in der Regel eine Liste mit Bibelversen, aus denen Sie aussuchen können.

  • add Muss ich in der Kirche sein, wenn ich ein Patenamt übernehmen will?


    Die Mitgliedschaft in der evangelischen Kirche oder einer anderen großen Konfession ist die Voraussetzung zur Taufpatenschaft. Zwar ist nicht gesagt, dass ein Kirchenmitglied ein Kind besser begleiten kann als jemand der nicht Mitglied einer Kirche ist. Aber von einem Kirchenmitglied sollte man davon ausgehen, dass es bereit und in der Lage ist, an einem kleinen Kind die christliche Gemeinde zu vertreten.

  • add Kann ich mein Kind auch dann taufen lassen, wenn weder Vater noch Mutter in der Kirche sind?


    Eigentlich kann nichts dem Segen Gottes, der in der Taufe spürbar wird, entgegenstehen. Aber es soll sichergestellt sein, dass sich das heranwachsende Kind auch seiner Taufe bewusst wird. Diese Aufgabe der Eltern erwächst aus der Taufe. Suchen Sie darüber doch das Gespräch mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer Ihrer Kirchengemeinde.

  • add Ich bin erwachsen und möchte mich taufen lassen


    Natürlich geht das. Manchmal ergeben sich erst durch neue Lebenszusammenhänge Perspektiven für eine Beziehung zu Gott. Sprechen Sie mit einem unserer Pfarrerinnen oder Pfarrern darüber. Dann überlegen Sie sich, wie und wann die Taufe vollzogen werden kann.

  • add Kann ich mir die Kirche aussuchen, in der mein Kind getauft werden soll?


    Ja, das können Sie. Sinnvoll ist es aber, das Kind dort taufen zu lassen, wo Sie wohnen und wo das Kind aufwächst. Durch die Taufe ergibt sich oft ein erster positiver Kontakt zu der Kirchengemeinde, der sich später in der Kinderkirche, der Jugendgruppe oder dem Konfirmandenunterricht fortsetzt.

  • add Kann ich mir die Pfarrerin oder den Pfarrer aussuchen, der mein Kind taufen soll?


    Ja, das können Sie. Sinnvoll kann es aber sein, wenn Sie den Weg der Pfarrerin oder dem Pfarrer Ihrer Gemeinde finden. So ergeben sich Kontakte vor Ort, die sonst nicht zustande kämen.

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